So wechseln Sie zu einem neuen Musik Streaming-Dienst

Salome Kern, Dietlikon 09.09.2020

Es ist nicht der Preis, der die Anbieter von Musik-Streaming unterscheidet, sondern die Leistungen. Ein Vergleich lohnt sich. Mit unseren Tipps übernehmen Sie Ihre Playlists einfach auf den neuen Dienst.

Musik ist für viele ein wichtiger Begleiter durch den Tag. Wir hören auf dem Weg zur Arbeit Musik, während des Kochens und beim Duschen. Nicht nur unsere Lieblingslieder sind ständig verfügbar, dank Streaming-Diensten haben wir die gesamte Musikwelt im Ohr.  


Die Dienste im Vergleich

Die Preise unterscheiden sich bei den meisten Diensten wenig, die Leistungen dagegen schon. Mit Tidal oder Deezer haben die grossen Plattformen Konkurrenten erhalten, bei denen es sich lohnt, genauer hinzusehen. Regelmässig schneiden sie in Tests besser ab. Tidal punktet mit exklusiven Inhalten und Vorabveröffentlichungen von Alben. Auch bei Deezer können Sie sich Eigenproduktionen anhören. Aber besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, eigene Lieder hochzuladen. Diese Funktion bietet beispielsweise Amazon Music nicht an und bei Spotify ist der Import nur kompliziert machbar.

Wir wollen uns nicht an den Anbieter anpassen, sondern so Musik hören, wie es uns gefällt. Sie lieben Podcasts? Dann ist Google Play Music oder Amazon Music weniger geeignet für Sie. Es ist Ihnen wichtig, dass Sie die Songtexte mitlesen können? Dann wählen Sie besser nicht Tidal. Manchmal sind es die kleinen Details, die den Unterschied machen: Wer gerne zum Einschlafen Musik hört, sollte bei der Auswahl des Dienstes darauf achten, dass ein Sleep-Timer verfügbar ist. Klassik-Fans sind bei Qobuz gut aufgehoben – sofern sie nicht zusätzlich Rock- und Pop-Musik hören möchten.

Für jeden Musik-Typ gibt es eine geeignete Plattform, die den Bedürfnissen Ihrer Hörer und deren Geschmack entspricht. Auch bieten alle eine Testphase an, in der Sie den Dienst gratis ausprobieren können. Bei SoundCloud Go sind es nur sieben, Apple schenkt Ihnen 90 Tage. Es lohnt sich also, die Anbieter zu testen, bevor Sie einen Vertrag abschliessen.  


Mit diesen Webseiten übertragen Sie Ihre Musik

Trotzdem wechseln viele ihren Anbieter nicht. Schliesslich haben sie Stunden an Arbeit in ihren Account gesteckt: Playlists erstellen, anderen folgen und die lange Liste an gespeicherten Lieblingsliedern. Was passiert mit den Daten, wenn wir beispielsweise von Spotify zu Tidal wechseln möchten? Wir haben weder Lust noch Zeit unsere Playlisten von Hand abzutippen. Das ist glücklicherweise meist nicht mehr nötig. Dank verschiedenen Apps und Webseiten können sie die Daten problemlos und schnell übertragen. Auch die Youtube-Playlist lässt sich damit auf Spotify importieren. Ein Klick und schon erscheint die Playlist in Ihrer Bibliothek.

TuneMyMusic

Die Transportfirma für Musik-Streaming unterstützt neben den Grossen auf dem Markt, auch die weniger bekannten wie Tidal oder Pandora. Leider fehlen Dienste wie Amazon Music und Google Play Music als Ziel – sprich Sie können Playlists zwar daraus exportieren, aber nicht¨importieren. Wenn eine Kombination unterstützt wird, ist der Übertrag unkompliziert. Sie wählen bei Ihrem Anbieter die Daten aus, die Sie mitnehmen möchten, und klicken auf Ihren neuen Dienst. Schon hören Sie wieder ihre Lieblingsmusik. Ganz alle Daten können nicht übertragen werden, TuneMyMusic macht insgesamt allerdings eine gute Arbeit. Die Seite ist angenehm übersichtlich gestaltet und der Dienst ist gratis.

 

Soundiiz

Bei Soundiiz gibt es eine kostenlose und eine bezahlte Version. Die Gratis-Variante verbindet Musikplattformen und konvertiert eine Wiedergabeliste nach der anderen. Für sechs Franken pro Monat verschieben Sie die gesamten Musikdaten in einem, zudem bietet der Premium-Account einige weitere Vorteile wie stete Synchronisation der Playlist. Aber: Amazon Music ist hier nicht abgedeckt.

 


Free Your Music

Gemäss ihrer eigenen Angabe überträgt alle vier Sekunden jemand seine Playlist mit FreeYourMusic. FYM, wie der ehemalige Dienst Stamp heute genannt wird, deckt eine breite Palette an Diensten ab. Spotify, Amazon Music, Apple Music, Deezer, Google Play Music, Soundclound und weitere Anbieter sind hier verfügbar. Die Übertragung ist so einfach wie bei Tune my Music gestaltet, allerdings müssen sie FYM zuerst installieren.

 


Das grosse Geschäft mit Musik-Streaming

Der Entscheid heute ist bei den meisten nicht mehr, welches Album sie kaufen, sondern welche Plattform sie nutzen, um Musik zu hören. Eine repräsentative Umfrage von moneyland.ch hat ergeben, dass ein Drittel der Schweizer mit Spotify Musik hören. Und die Zahlen nehmen zu: So haben Streaming-Anbieter im vergangenen Jahr weltweit 358 Millionen bezahlte Abos verkauft. Gemäss dem Marktforschungsunternehmens Counterpoint bedeutet das einen Anstieg von 32 Prozent. Auf Platz 1 steht Spotify mit einem Marktanteil von 31 Prozent, danach folgt Apple mit 19 Prozent und Amazon mit 15.

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Salome KernEP:Redaktion / Journalistin
Jenseits des Tellerrandes findet das Leben statt und genau dort suche ich täglich nach Inspiration.
Am liebsten im Kopfstand, denn neue Perspektiven schaffen neue Welten.

 

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